Wildbienen

Bei den nachfolgenden Detailbeschreibungen der Familien und Gattungen wird auf die Internetseite von wildbiene.com verlinkt. Wir danken Herrn Volker Fockenberg an dieser Stelle für die freundliche Unterstützung und die Erlaubnis zur Nutzung seiner Fachdaten! 

Als Wildbienen bezeichnet man rund 500 einheimische Bienenarten, die im Gegensatz zur bekannten Honigbiene überwiegend nicht in Staaten leben, sowie die Hummeln (Gattung Bombus). Sie gehören zu den Insekten und haben zwei Paar durchsichtige Flügel, eine „Taille“ zwischen Brust und Hinterleib sowie drei Beinpaare an der Brust. Die Weibchen haben einen Wehrstachel, weshalb sie zusammen mit den Honigbienen, Wespen und Ameisen zur Gruppe der „Stechimmen“ gezählt werden.

 

 
Schlüpfende Mauerbiene


Wildbienen sind mehr oder weniger einzeln lebende Tiere und werden deshalb auch als Einsiedler- oder Solitärbienen bezeichnet. Die Tiere sind von Frühjahr bis Herbst zu beobachten. Die ersten Arten schlüpfen ab etwa Ende Februar aus den Brutröhren. Bei den Wildbienen schlüpfen immer die Männchen zuerst. Sie warten auf die später schlüpfenden Weibchen und beginnen schon kurz danach mit der Paarung, die meistens an den Futterpflanzen oder in unmittelbarer Nähe der Niströhren stattfindet.

 

 
Wollbienen bei der Paarung

 

Nach der Paarung legen die Weibchen neue Brutröhren mit einzelnen Brutkammern an. In jede Brutkammer kommt ein Gemisch aus Pollen und Nektar als Futtervorrat, das als Pollenkuchen oder Bienenbrot bezeichnet wird. Anschließend wird auf den Futtervorrat ein Ei gelegt, bevor die Kammer geschlossen und eine weitere Brutzelle angelegt wird. In der Brutzelle entwickelt sich die Larve, die in der Regel im darauffolgenden Jahr als fertiges Insekt schlüpft.

 

 
Brutröhren von Wildbienen mit Eiern (oben), Larven (mitte) und Puppen (unten)

  

Wildbienen spielen im Naturhaushalt eine wichtige Rolle, da sie durch ihre unterschiedlichen Sammelmechanismen viele Pflanzenarten bestäuben können. Mit ihrem Rüssel können einige Arten – anders als die Honigbienen – Blüten mit langen Kronröhren bestäuben, so dass zahlreiche Wild- und Kulturpflanzen (z.B. Obstbäume) auf die Bestäubung durch Wildbienen angewiesen sind.

 

 
Wildbienen sind wichtig für die Bestäubung zahlreicher Kulturpflanzen

 

Wildbienen werden auch daran unterschieden, wie sie die Pollen sammeln. Bienen, die den Pollen mit einem Haarsaum am Bauch abfegen, werden als „Bauchsammler“ bezeichnet. Zu ihnen gehören Blattschneiderbienen, Mörtelbienen, Mauerbienen und Wollbienen.
Als „Beinsammler“ werden Bienen bezeichnet, deren Weibchen an den Beinen Sammel- und Transportvorrichtungen für Blütenstaub haben. Zu ihnen gehören Furchenbienen und Sandbienen. Einige Gattungen wie die Seidenbienen oder die Maskenbienen verschlucken Nektar und Pollen und transportieren ihn in ihrem Kropf. Diese Bienen werden als „Kropfsammler“ bezeichnet.

 

 
Die Hosenbiene ist ein typischer Beinsammler